Positive Wirkung von Bäumen bei Hitze

Bäume spenden nicht nur Schatten, sie erzeugen durch Transpiration, durch das Verdampfen von Wasser, aktiv kühlere Luft. Beim Verdunsten entzieht der Baum der Umgebungsluft Wärme. Unmittelbar unter dem Baum entsteht ein etwas kühleres Mikroklima. Zudem wird je grösser der Baum, umso mehr turbulente Luft zum Boden hinunter gemischt, sodass im Vergleich zum Büro oft ein angenehmes Lüftchen weht. Ein Baum kann – bei entsprechender Wasserversorgung – bis zu 500 Liter Wasser pro Tag verdunsten und dadurch die gefühlte Temperatur in seinem Schatten um 10°C bis 15°C senken. Forscher der niederländischen Universität Wageningen beziffern diese Kühlleistung eines großen Laubbaumes mit 20 bis 30 Kilowatt. Dies entspricht der Leistung von mindestens zehn typischen Split-Klimaanlagen für Wohnungen.
Außerdem absorbieren Bäume mit ihrem Blätterdach Teile der Sonnen­einstrahlung und wirken als Filter für Feinstaub, der bei Trockenheit verstärkt auftritt. Bäume können mit ihren Blättern oder Nadeln bis zu 100 kg Staub pro Jahr aus der Luft filtern.
Diese Leistungen kommen hitzegeplagten Menschen und Tieren zugute. Der kühlende Effekt eines Waldes ist uns allen wohlbekannt, dankbar suchen wir den Schatten eines großen Baumes an einem Hitzetag auf. Für das Leben insbesondere in Städten wird es immer wichtiger, die Straßen mit passenden Bäumen zu bepflanzen, Aufenthaltsbereiche mit Bäumen und Wasser zu schaffen und bestehende Bäume und Baumbestände zu pflegen und zu erhalten.
Die von Global 2000 gemeinsam mit dem Umweltbundesamt und anderen entwickelte App „City Oases“ dient dazu, die kühlen Orte in der Stadt zu entdecken, die sich naturgemäß an Grünflächen kombiniert mit offenen Wasserflächen befinden. Durch eine luftdurchlässige Über­schirmung mit Bäumen kann eine zu starke Erwärmung der Wasserflächen reduziert werden, was den kühlenden Effekt der „Oasen“ fördert.
Viele aufeinanderfolgende sogenannte „Tropennächte“ (keine Abkühlung unter 20 Grad) sind besonders gefährlich für die Gesundsheit sensibler Bevölkerungsgruppen wie Kleinkindern, äteren oder kranken Menschen. In Wien etwa gab es im Sommer 2018 eine Periode von 18 aufeinander folgenden Tropennächten. Besonders in der Nacht kühlen stark versiegelte städtische Gebiete nur sehr langsam ab, da Fassaden und Asphalt bis zu 30 % der von der Sonne gelieferten Wärme speichern, um sie Stunden später wieder an die Umgebung abzugeben. Dadurch kann es an solchen Orten nachts um bis zu 10 °C wärmer sein als in Vegetationsgebieten. Dort nämlich wird ein großer Teil der Sonnenenergie für Verdunstungsprozesse aufgebraucht, sodass nur 5 % der Wärme gespeichert werden, und nach Sonnenuntergang eine schnellere Abkühlung möglich wird. Bäume sind die Turbos dieser Kühlung.
Wenn es bei immer häufigeren Starkregen ein Zuviel an Wasser gibt, kann der Wurzelraum des Baumes als temporärer Wasserspeicher dienen und zur Entlastung der Kanalisation beitragen. Beide Extreme werden häufiger, langgedehnte Hitzewellen, Starkregenereignisse mit großen Wassermengen in kurzer Zeit – und für beide haben Bäume hilfreiche Effekte zu bieten.
Es wird folglich zunehmend wichtig, Bäume zu erhalten und den Baumbestand zu erweitern, denn Bäume spielen im Umgang mit dem Klimawandel eine wesentlich Rolle.

Österreichische Baumkonvention

Die MitarbeiterInnen der BAUMPARTNER arbeiten seit 2016 in der Arbeitsgruppe Baumkonvention mit. Bei der Fachtagung am 21. März 2019 im Schloss Linz waren alle vertreten, die von diesem Thema berührt sind. Nach den Vorträgen ging es am Nachmittag in Arbeitsgruppen intensiv weiter. Dabei wurde der Text für die „Österreichische Baumkonvention“ besprochen und die Themen Judikatur, Legistik, Risikogovernance und Risikokommunikation sowie der Leitfaden Baumsicherheit eingehend erörtert. Trotz der großen Themenpalette zeichnet sich klar ab, wo besonders dringender Handlungsbedarf besteht. Die unterschiedlichen Akteure werden die kommenden Monate nützen, um an der konkreten Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen zu arbeiten. Schon Ende Oktober geht es weiter mit einem Symposium im Nationalpark Donau-Auen. Damit ergeben sich auch terminliche Vorgaben für die Weiterarbeit. Der Prozess läuft somit mit Hochdruck auf einem noch höheren „Level“ weiter – die Beteiligten sind zuversichtlich im Sinne der Bäume Positives bewirken zu können.

Naturschutz Akademie

Durch ein neues Naturschutzgesetz für die Steiermark haben sich die Vorgaben für die Bewahrung der Naturdenkmäler geändert. Um einheitliche Kontroll- und Pflegemaßnahmen sicherzustellen, wurden unterschiedliche Vorgaben erarbeitet. Remy Gschwandtner, Max Olesko, Wolfgang Lanner und Gunther Nikodem durften deshalb eine Schulung für die Naturschutz Akademie Steiermark durchführen. Behandelt wurden unterschiedlichste Themen – von den ÖNORMEN über den Naturschutz bis zu Untersuchungsmethoden und Geräten. Die vielen angeregten Diskussionen und Exkursionen schärften den Blick auf die Praxis der Baumkontrolle und Baumpflege. Auch die schwierigen rechtlichen Themen und Lösungsmöglichkeiten wurden ausführlich besprochen. Das Thema Eschentriebsterben brachte naturgemäß mehr Fragen als wir Antworten liefern konnten, doch die Erfahrungen aus dem Eschenprojekt mit dem Bundesforschungzentrum (siehe Blogeintrag) gaben schon Hinweise, wie damit in Zukunft umgegangen werden kann. Dabei konnten die Vortragenden viele neue Problemstellungen aus der Praxis kennenlernen und zufrieden mit erweitertem Horizont die Heimreise mit dem Zug antreten. In diesem Sinne dürfen wir ein großes Danke sagen!

Regenwasser für Stadtbäume

In einem heißen Sommer wie 2018 sucht jede und jeder einen kühlenden Schatten. Bäume erfüllen diese Funktion in idealer Weise. Um diese Funktion zu erfüllen, brauchen Bäume auch Wasser. Durch die starke Verdichtung der städtischen Böden gibt es dabei kaum mehr Platz für die Wurzeln. Aber – wie heißt es so schön – jedes Problem kennt seine Lösung!

So haben Gärtner in Stockholm gesehen, dass die Bäume am Bahndamm mit groben Steinen unglaublich gut gedeihen. Findige Fachleute haben sich überlegt, wie man diesen groben Schotter unter dem Verkehrsraum einbauen kann, um auch dort das Wurzelwachstum zu fördern. Dazu gemischt wird etwas Sand und Pflanzenkohle. Die Bäume wachsen dann unglaublich gut, das Wasser aus starken Regenfällen kann unter dem Verkehrsraum gelagert werden. Teure Erweiterungen im Kanalnetz kann man sich dadurch ersparen. Engagierte Fachleute haben die Idee schon nach Österreich gebracht – und die Umsetzung ist schon stark im Kommen. Geht es den Bäumen gut, geht es uns allen gut!

Durch den Einlagerung von Pflanzenkohle kommt sogar CO² aus der Atmosphäre in den Boden und wird dort für eine Ewigkeit gebunden.

In manchen Ländern werden statt des groben Schotters große Plastikkisten eingebaut, um die oben liegende Verkehrsfläche zu tragen. Das ist jedoch wesentlich unflexibler und mit unsinnigen Kosten verbunden. Nachhaltig ist das nicht!

Tagung im Schloss Linz

Bäume und Wälder haben eine umfassende  gesamtgesellschaftliche Bedeutung: in Hinblick auf Biodiversität, Klima, Holzproduktion, Erholung und Tourismus. Die aktuelle Judikatur zu den Haftungsbestimmungen des ABGB und des Forstgesetzes ist uneinheitlich und lässt einen Trend zu immer strengeren Haftungsmaßstäben für Baum- und WaldeigentümerInnen sowie sonstige
Verantwortliche erkennen.

Um hier mehr Klarheit zu schaffen, wird die Fachtagung „Auf dem Weg zu einer Österreichischen Baumkonvention“ geplant.

Ort: Im Festsaal im Schloss zu Linz / Donau

Termin: 21. März 2019 – am internationalen Tag des Waldes!

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Foto © OÖ. LANDESMUSEUM

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