Österreichische Baumkonvention

Die MitarbeiterInnen der BAUMPARTNER arbeiten seit 2016 in der Arbeitsgruppe Baumkonvention mit. Bei der Fachtagung am 21. März 2019 im Schloss Linz waren alle vertreten, die von diesem Thema berührt sind. Nach den Vorträgen ging es am Nachmittag in Arbeitsgruppen intensiv weiter. Dabei wurde der Text für die „Österreichische Baumkonvention“ besprochen und die Themen Judikatur, Legistik, Risikogovernance und Risikokommunikation sowie der Leitfaden Baumsicherheit eingehend erörtert. Trotz der großen Themenpalette zeichnet sich klar ab, wo besonders dringender Handlungsbedarf besteht. Die unterschiedlichen Akteure werden die kommenden Monate nützen, um an der konkreten Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen zu arbeiten. Schon Ende Oktober geht es weiter mit einem Symposium im Nationalpark Donau-Auen. Damit ergeben sich auch terminliche Vorgaben für die Weiterarbeit. Der Prozess läuft somit mit Hochdruck auf einem noch höheren „Level“ weiter – die Beteiligten sind zuversichtlich im Sinne der Bäume Positives bewirken zu können.

Naturschutz Akademie

Durch ein neues Naturschutzgesetz für die Steiermark haben sich die Vorgaben für die Bewahrung der Naturdenkmäler geändert. Um einheitliche Kontroll- und Pflegemaßnahmen sicherzustellen, wurden unterschiedliche Vorgaben erarbeitet. Remy Gschwandtner, Max Olesko, Wolfgang Lanner und Gunther Nikodem durften deshalb eine Schulung für die Naturschutz Akademie Steiermark durchführen. Behandelt wurden unterschiedlichste Themen – von den ÖNORMEN über den Naturschutz bis zu Untersuchungsmethoden und Geräten. Die vielen angeregten Diskussionen und Exkursionen schärften den Blick auf die Praxis der Baumkontrolle und Baumpflege. Auch die schwierigen rechtlichen Themen und Lösungsmöglichkeiten wurden ausführlich besprochen. Das Thema Eschentriebsterben brachte naturgemäß mehr Fragen als wir Antworten liefern konnten, doch die Erfahrungen aus dem Eschenprojekt mit dem Bundesforschungzentrum (siehe Blogeintrag) gaben schon Hinweise, wie damit in Zukunft umgegangen werden kann. Dabei konnten die Vortragenden viele neue Problemstellungen aus der Praxis kennenlernen und zufrieden mit erweitertem Horizont die Heimreise mit dem Zug antreten. In diesem Sinne dürfen wir ein großes Danke sagen!

Regenwasser für Stadtbäume

In einem heißen Sommer wie 2018 sucht jede und jeder einen kühlenden Schatten. Bäume erfüllen diese Funktion in idealer Weise. Um diese Funktion zu erfüllen, brauchen Bäume auch Wasser. Durch die starke Verdichtung der städtischen Böden gibt es dabei kaum mehr Platz für die Wurzeln. Aber – wie heißt es so schön – jedes Problem kennt seine Lösung!

So haben Gärtner in Stockholm gesehen, dass die Bäume am Bahndamm mit groben Steinen unglaublich gut gedeihen. Findige Fachleute haben sich überlegt, wie man diesen groben Schotter unter dem Verkehrsraum einbauen kann, um auch dort das Wurzelwachstum zu fördern. Dazu gemischt wird etwas Sand und Pflanzenkohle. Die Bäume wachsen dann unglaublich gut, das Wasser aus starken Regenfällen kann unter dem Verkehrsraum gelagert werden. Teure Erweiterungen im Kanalnetz kann man sich dadurch ersparen. Engagierte Fachleute haben die Idee schon nach Österreich gebracht – und die Umsetzung ist schon stark im Kommen. Geht es den Bäumen gut, geht es uns allen gut!

Durch den Einlagerung von Pflanzenkohle kommt sogar CO² aus der Atmosphäre in den Boden und wird dort für eine Ewigkeit gebunden.

In manchen Ländern werden statt des groben Schotters große Plastikkisten eingebaut, um die oben liegende Verkehrsfläche zu tragen. Das ist jedoch wesentlich unflexibler und mit unsinnigen Kosten verbunden. Nachhaltig ist das nicht!

Tagung im Schloss Linz

Bäume und Wälder haben eine umfassende  gesamtgesellschaftliche Bedeutung: in Hinblick auf Biodiversität, Klima, Holzproduktion, Erholung und Tourismus. Die aktuelle Judikatur zu den Haftungsbestimmungen des ABGB und des Forstgesetzes ist uneinheitlich und lässt einen Trend zu immer strengeren Haftungsmaßstäben für Baum- und WaldeigentümerInnen sowie sonstige
Verantwortliche erkennen.

Um hier mehr Klarheit zu schaffen, wird die Fachtagung „Auf dem Weg zu einer Österreichischen Baumkonvention“ geplant.

Ort: Im Festsaal im Schloss zu Linz / Donau

Termin: 21. März 2019 – am internationalen Tag des Waldes!

Mehr Info

Foto © OÖ. LANDESMUSEUM

Warnschild aus Singapur

AUVA Merkblatt ist fertig!

Nach drei Jahren Arbeit ist es geschafft – das AUVA Merkblatt M·plus 520 Arbeit auf Bäumen wurde fertig und kann nun bestellt werden. Auch der Download als PDF ist möglich.

Dabei richtet sich das Merkblatt an alle Personen, die arbeitsbedingt Bäume besteigen, etwa bei Forstarbeiten, forstlicher Samenernte, Sicherungsarbeiten bei Leitungen, Ausästen, Baumpflege, Beobachtungen etc.

Es enthält Hinweise für Forstbetriebe, gewerbliche Unternehmen wie Baumpfleger, Schlägerungsunternehmen und Gärtnereien, Elektrounternehmen, Post, Bundesbahn, kommunale Verwaltungen, öffentliche Hilfsdienste wie Feuerwehr u. a.

Es ist jedenfalls zu hoffen, daß Sicherheit und Qualität in der Baumpflege zunimmt – die Ausführenden und die Bäume haben es jedenfalls verdient.

Großes Danke jedenfalls an das emsige Redaktionsteam und die unbezahlten BaumpflegerInnen.

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