An meiner Laufstrecke befanden sich Eschen, die vom Wind geworfen wurden. Die Bäume waren durch das sogenannte Eschentriebsterben geschwächt. Die Folge davon war, dass der Waldbesitzer sämtliche Eschen entfernt hat. Dies war aus Sicht des Besitzers das Sinnvollste, um bei einem allfälligen Schadensfall nicht in die Haftung zu kommen. Glücklicherweise stehen an meiner Strecke auch andere Baumarten, die Entnahme der Eschen war kein völliger Kahlschlag.

Gerade im Zusammenhang mit dem Eschentriebsterben kommt es weit und breit zu vorsorglichen Fällungen, auch von Bäumen, die keine Anzeichen eines Befalls zeigen. Speziell in Auwald – Beständen finden sich oftmals fast ausschließlich Eschen, so zum Beispiel in Klosterneuburg oder Korneuburg, innerhalb denen ein besonders hoher Infektionsdruck herrscht. Doch diese Eschenbestände erfüllen einen wichtigen Zweck in Naherholungsgebieten, das von vielen Menschen aufgesucht wird. Würde man hier auch so vorgehen, wie das an meiner Laufstrecke erfolgte, so müssten diese Baumbestände in ihrer Gesamtheit entfernt werden. Dieses Szenario ist nicht denkbar. Dennoch stellt sich auch hier die gleiche Haftungsfrage.

Das Eschentriebsterben bringt die Problematik der Baumhaftung sehr klar auf den Punkt: Wie kann man zwischen Sicherheit und Erhaltung auch größerer oder alternder Baumbestände abwägen? Es gibt zu der Lösung dieser Frage wohl mehrere sinnvolle Wege. Weiterführende Info dazu: www.baumkonvention.at