Tagung im Schloss Linz

Bäume und Wälder haben eine umfassende  gesamtgesellschaftliche Bedeutung: in Hinblick auf Biodiversität, Klima, Holzproduktion, Erholung und Tourismus. Die aktuelle Judikatur zu den Haftungsbestimmungen des ABGB und des Forstgesetzes ist uneinheitlich und lässt einen Trend zu immer strengeren Haftungsmaßstäben für Baum- und WaldeigentümerInnen sowie sonstige
Verantwortliche erkennen.

Um hier mehr Klarheit zu schaffen, wird die Fachtagung „Auf dem Weg zu einer Österreichischen Baumkonvention“ geplant.

Ort: Im Festsaal im Schloss zu Linz / Donau

Termin: 21. März 2019 – am internationalen Tag des Waldes!

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Foto © OÖ. LANDESMUSEUM

Warnschild aus Singapur

AUVA Merkblatt ist fertig!

Nach drei Jahren Arbeit ist es geschafft – das AUVA Merkblatt M·plus 520 Arbeit auf Bäumen wurde fertig und kann nun bestellt werden. Auch der Download als PDF ist möglich.

Dabei richtet sich das Merkblatt an alle Personen, die arbeitsbedingt Bäume besteigen, etwa bei Forstarbeiten, forstlicher Samenernte, Sicherungsarbeiten bei Leitungen, Ausästen, Baumpflege, Beobachtungen etc.

Es enthält Hinweise für Forstbetriebe, gewerbliche Unternehmen wie Baumpfleger, Schlägerungsunternehmen und Gärtnereien, Elektrounternehmen, Post, Bundesbahn, kommunale Verwaltungen, öffentliche Hilfsdienste wie Feuerwehr u. a.

Es ist jedenfalls zu hoffen, daß Sicherheit und Qualität in der Baumpflege zunimmt – die Ausführenden und die Bäume haben es jedenfalls verdient.

Großes Danke jedenfalls an das emsige Redaktionsteam und die unbezahlten BaumpflegerInnen.

Download-Seite

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Baumhaftung und Eschen

An meiner Laufstrecke befanden sich Eschen, die vom Wind geworfen wurden. Die Bäume waren durch das sogenannte Eschentriebsterben geschwächt. Die Folge davon war, dass der Waldbesitzer sämtliche Eschen entfernt hat. Dies war aus Sicht des Besitzers das Sinnvollste, um bei einem allfälligen Schadensfall nicht in die Haftung zu kommen. Glücklicherweise stehen an meiner Strecke auch andere Baumarten, die Entnahme der Eschen war kein völliger Kahlschlag.

Gerade im Zusammenhang mit dem Eschentriebsterben kommt es weit und breit zu vorsorglichen Fällungen, auch von Bäumen, die keine Anzeichen eines Befalls zeigen. Speziell in Auwald – Beständen finden sich oftmals fast ausschließlich Eschen, so zum Beispiel in Klosterneuburg oder Korneuburg, innerhalb denen ein besonders hoher Infektionsdruck herrscht. Doch diese Eschenbestände erfüllen einen wichtigen Zweck in Naherholungsgebieten, das von vielen Menschen aufgesucht wird. Würde man hier auch so vorgehen, wie das an meiner Laufstrecke erfolgte, so müssten diese Baumbestände in ihrer Gesamtheit entfernt werden. Dieses Szenario ist nicht denkbar. Dennoch stellt sich auch hier die gleiche Haftungsfrage.

Das Eschentriebsterben bringt die Problematik der Baumhaftung sehr klar auf den Punkt: Wie kann man zwischen Sicherheit und Erhaltung auch größerer oder alternder Baumbestände abwägen? Es gibt zu der Lösung dieser Frage wohl mehrere sinnvolle Wege. Weiterführende Info dazu: www.baumkonvention.at

Baumexperten im Einsatz für eine nachhaltige Waldentwicklung

Während im Wald die Forstarbeiter weithin sichtbar die Käferbäume fällen und die entstehenden Lücken uns das Ausmaß der Dürreschäden im Wald verdeutlichen, klettern Baumexperten im Land auf Bäume um wertvolles Saatgut für Zukunftsbäume zu gewinnen. Eine stille verschworene Gesellschaft sorgt hier beinahe unsichtbar für unsere nachhaltige Waldentwicklung. Sie verbringen Wochen in Wipfeln bis zu 50m hoher Tannen und ringen mit den dort auf sie wartenden Widrigkeiten.

Die Baumsteiger sichern sich an lediglich wenige millimeter dicken Seilen wenn sie in die Baumwipfel vordringen und kämpfen mit dürren Zweigen, Nässe und Schmutz. Permanent kratzen Zweige und Nadeln an Helm, Brille und zerreißen die Kleidung. Trotz der großen Höhe bekommen es die Kletterer in den Wipfeln schnell mit Platzangst zu tun da hier die Äste so dicht stehen, dass ein weiterkommen oft kaum mehr möglich scheint. Erst ganz auf der Spitze bilden sich an den Tannen die benötigten Zapfen und hier kann die eigentliche Arbeit beginnen. Gesichert lediglich an handgelenkdicken Wipfelstangen richten sie es sich nun den Umständen entsprechend bequem ein und beginnen das wertvolle Gut in große Säcke zu Pflücken. Es riecht aromatisch nach Harz und diese beginnt sich auf Haaren, Händen und Ausrüstung festzusetzen sodass diese schlussendlich kaum mehr funktioniert. Das Harz verklebt Seilkürzer und Abseilgeräte gnadenlos! Sind die Säcke voll so werden sie kurzerhand vom Baum geworfen und kommen mit etwas Glück ohne aufzureißen am Boden an.

 

 

 

Diese Arbeiten, oft durchgeführt tief in großen Waldgebieten weit abseits von Siedlungen, gehören zu den fordernsten und anspruchsvollsten Tätigkeiten für Baumkletterer. Wenn nach dem Aufarbeiten des Schadholzes die Forstleute beginnen neue Bäume zu pflanzen so sind sie angewiesen auf Pflanzen die regional aufgezogen wurden und von heimischen Bäumen stammen, denn nur die sind an die vorherrschenden Bedingungen angepasst werden zu stabilen Waldgesellschaften die eine nachhaltige Holzversorgung sicherstellen.

Betriebsinterner Kletterkurs

Der beste Weg um von Bäumen zu lernen, ist auf sie zu klettern. In der Auseinandersetzung mit den täglichen Fragestellungen um Bäume können wir auf unsere langjährige Erfahrung als Baumsteiger zurückgreifen. Da Bäume generationenübergreifendes Denken erfordern sind wir bemüht unser Wissen auch an unsere jungen Baumpfleger weiter zu geben. Remy Gschwandtner, Meisterschaftsveteran und akkreditierter Ausbilder der SVLG für Seilklettertechnik, nahm sich Zeit um wesentliche Inhalte zu vermitteln und ausführlich zu üben. So wurden Seile hoch in Baumkronen installiert um daran hochzusteigen um sich dann weiter in die Kronenperipherie zu bewegen. Mit Steigeisen wurde eine Birke mit allen Finessen der Seiltechnik abgetragen. Als sehr wesentliches Element der anspruchsvollen Arbeit mussten auch mehrere Rettungsszenarien geübt werden.